Vincent Kluwe-Yorck wurde mit 9 Jahren zum Angler. Er begann seine Karriere mit einer Bambussteckrute, angebundener Schnur und einer kleinen Stachelschweinpose. Mit diesem einfachen Gerät und von seiner jungenhaften Neugier getrieben, eroberte er die Gewässer in der Nähe seines berliner Vorortes – zunächst den Dorfteich mit seinen Plötzen und Karauschen. Deren gigantische Größe von 20 cm Länge (!) und ihre kolossale Kampfkraft (!!) verblüfften ihn in seiner kindlichen Einfalt zutiefst und begründeten seine lebenslange Sehnsucht nach den Geheimnissen der undurchsichtigen Tiefen aller Teiche, Seen, Flüsse und Kanäle dieser Welt. So fischreiche Flüsse wie Spree und Havel kamen in seine Reichweite, nachdem er gelernt hatte, auch längere Wege mit dem Fahrrad zu meistern und er nur noch gelegentlich nach schweren Stürzen den nächsten Schultag ausfallen lassen musste, um die Wunden an seinem Angelplatz zu kühlen. Dieser Lernprozess dauerte einige Jahre, denn sein Fahrrad ähnelte durch angehängtes Angelgepäck eher einem übermässig bepackten Bergmuli als einem Fahrzeug, das der damaligen Straßenverkehrsordnung entsprach. Bedauerlich war, dass Vincents Lehrer nicht das geringste Mitleid hatten mit den schweren Blessuren eines vom Fahrrad gestürzten Anglers – sie zwangen ihn ohne Gnade, zwei Schuljahre zu wiederholen!! An den großen Flüssen Berlins sah er sich bald so explosiven Gegnern wie den mächtigen Güstern und Brassen und gefährlichen Seeschlangen wie den heimischen Aalen ausgesetzt. Mit seinen beschränkten Mitteln lernte er auch ohne Lehrer und leitende Hilfe, diese Burschen zu meistern. Mit 14 oder 15 Jahren war seine Ausrüstung um einige wichtige Hilfsmittel bereichert – z.B. eine erste Wurfrute mit hochmoderner Quick-Junior-Rolle, die seinen Radius schier unermeßlich erweiterte. Auch die mysteriöse Fahrrinne der Flüsse wurde damit greifbar und offenbarte ihre Geheimnisse in Form der ersten Karpfen und wirklich großen Brassen bis zu 8 Pfund. Seitdem hat sich seine Ausrüstung um einiges verbessert – er ist inzwischen ein Liebhaber feiner englischer Geräte und Methoden und hat sich auf das Fischen mit der Matchrute, dem Picker mit Futterkörbchen und der Schwingspitzrute und natürlich auf das Karpfenangeln spezialisiert. Sehr ausgeprägt ist seine Vorliebe für altes Angelgerät wie die gespließten klassisch-englischen Bambusruten und traditionelle Centrepinrollen, die er an besonders verträumten und malerischen kleineren Gewässern einsetzt, die ja bekanntlich immer die größten Fische bergen! Mittlerweile konnte Vincent sein Fahrrad gegen ein schnelles Motorrad eintauschen und war nun in der Lage, auch sehr viel entferntere Ziele anzusteuern – ausgedehnte Reisen führten ihn mehrfach kreuz und quer durch Skandinavien bis zum Eismeer und durch die Mittelmeerländer bis tief in die arabische Welt hinein. Seit seiner Jugend fotografierte er intensiv und schrieb kürzere Texte wie Gedichte, Kurzgeschichten und später auch Zeitungsberichte. So lag es nahe, nach dem Abitur Publizistik und Kommunikation zu studieren. Nebenbei belegte er Seminare an der Kunstakademie im Bereich Visuelle Kommunikation mit Fotografie, Grafikdesign und Layout. Nach ersten Erfahrungen beim Hörfunk als Hörspielautor und als Mitarbeiter bei Theatergruppen und der Berliner Festspiel GmbH in den Bereichen Schauspiel, Organisation, PR und Leitung begann er als freier Autor Beiträge in verschiedenen Zeitschriften zu veröffentlichen – überwiegend Reportagen über Themen aus Kunst, Kultur und Wissenschaft, seit 1985 verstärkt auch Freizeitthemen. Nach dem Studium promovierte er an der Freien Universität und arbeitete für drei Jahre als Lehrbeauftragter für Visuelle Kommunikation an der FU und der Kunstakademie HdK. Seitdem schlägt er sich als freier Autor und Fotograf durchs Leben – zeitweise durch lukrative Werbeaufträge vor dem finanziellen Absturz bewahrt. In den achtziger Jahren wurden bei uns die englischen Angelmethoden immer beliebter und Vincent sah, daß eine grundlegende Einführung in die englischen Angelmethoden fehlte. Da er sich seit langem für diese Methoden interessierte und von seinen englischen Freunden viel über deren Angelkunst gelernt hatte, schrieb er 1987 sein erstes Angelbuch „fishing english – englisch fischen“, das zu einem großen Erfolg und zum Kultbuch der „englischen“ Angelszene in Deutschland wurde. Den zweiten Erfolg landete er mit seinem ebenfalls von den Lesern zum Kultbuch erhobenen Spezialwerk für Karpfenangler, das nun mittlerweile in der vierten deutschen Auflage und mehreren Übersetzungen vorliegt. Seitdem hat er neben seinen aktuellen Angelbüchern wie der 12-bändigen Serie „Praxistipps“ dutzende Reportagen für die großen deutschen Angelmagazine „Blinker“ und „Fisch & Fang“ geschrieben, etwa 50 Filme für den Jagd- und Angelsender „Seasons“ bearbeitet und wirkt regelmäßig bei der Kultsendung „Hechtsprung“ mit – erstes Angelmagazin des deutschen Fernsehens. Zu empfangen ist diese Sendung über viele regionale Privatfernsehsender. Auf familiäres Glück mit eigenen Kindern mußte der Autor bis heute verzichten, da verständlicherweise keine Frau, die auf sich hält, einen abgerissenen Angler heiraten will, der nicht einmal sich selbst anständig ernähren kann!! Der Verzicht auf eigenen Nachwuchs ist besonders schmerzlich, da der Autor Kinder über alles liebt und seinen kleinen Freunden aus dem Bekanntenkreis sogar ein eigenes Buch gewidmet hat mit dem Titel „Kleines Angel-abc“. Home Weiter
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